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Die SPD und der Saufraum

Die GRÜNEN im Rat unterstützen die Überlegungen von Ordnungsdezernent Wilhelm Steitz, im Konsultationskreis Nordstadt und in der Sicherheitskonferenz zu beraten, ob das Kieler Modell einer eigenen Räumlichkeit für die Trinkerszene auf Dortmund übertragbar ist.

Helga Hilbert, sozialpolitische Sprecherin der GRÜNEN Ratsfraktion: „Die erneute Polemik von Frau Dr. Hetmeier und der Nordstadt-SPD gegen diese Überlegungen hilft weder den Suchtkranken noch den AnwohnerInnen. Im Gegenteil: Die SPD lässt mit ihrer Polemik gegen einen so genannten „Saufraum“ die Menschen in der Nordstadt mit ihren Problemen allein. Eines ist doch klar: Ein solcher Raum löst die sozialen Probleme nicht. Aber er kann dazu beitragen, die Situation der AnwohnerInnen zu entspannen, insbesondere um den Nordmarkt herum. Es ist erstaunlich, dass Frau Dr. Hetmeier schon jetzt weiß, dass ein eigener Treffpunkt für Alkoholiker nicht überzeugen und keine Hilfe bieten kann. Die Erfahrungen aus Kiel sind völlig andere. Dort waren die Probleme mit offenem Alkoholkonsum ähnlich wie in Teilen der Nordstadt. Mit der Räumlichkeit, die in Kiel übrigens „Cafe zum Sofa“ heißt, hat man erfolgreich versucht, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Man hat den Suchtkranken einen eigenen Treffpunkt mit sozialarbeiterischen Hilfestellungen

angeboten und damit gleichzeitig vielen AnwohnerInnen geholfen, die sich nicht mehr bedroht oder belästigt fühlen. Aber das scheint die Nordstadt-SPD weder zu wissen, noch scheint sie die Kieler Erfahrungen zu interessieren.“

In Kiel wurde das Konzept vom dortigen Straßenmagazin HEMPELS gemeinsam mit der Stadt entwickelt. Der 2003 eingerichtete Raum bietet suchtkranken Menschen die Möglichkeit, sich werktags in geschützter Umgebung aufhalten zu können, ohne in der Öffentlichkeit andere Menschen zu belästigen. Er ist aber mehr als nur ein Treffpunkt. Es gibt dort auch eine warme Mahlzeit, eine Dusche, Schuldenberatung und Hilfe bei der Wohnungs- und Arbeitsuche sowie Arbeitsgelegenheiten. Das Fazit der Betreiber in Kiel ist nach sechs Jahren positiv: Viele der BesucherInnen können mit den Hilfsangeboten erreicht werden, stabilisieren sich und entwickeln echte Perspektiven.

Hans-Georg Schwinn, Fraktionssprecher der Nordstadt-GRÜNEN: „Für viele Menschen in der Nordstadt und insbesondere für Kinder wirken Ansammlungen und Gruppen von Trinkern bedrohlich. Dagegen müssen wir etwas tun. Allein mit Verboten bekommt man dieses Problem aber nicht in den Griff, man muss auch Angebote schaffen. Wenn ein separater Raum für Alkoholiker ein solches Angebot sein kann, dann muss man darüber nachdenken. Das ist auf alle Fälle eine bessere Lösung, als die Trinker von einem Ort der Nordstadt zu einem anderen zu vertreiben. Wir werden beantragen, dass uns das Kieler Konzept in einer der nächsten Sitzungen der Bezirksvertretung vorgestellt wird.

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