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Thema:  Kinder, Jugend, Bildung

Art: Pressemitteilung

G8/G9: Neue Möglichkeiten für Abitur nach 13 Jahren nutzen

Die GRÜNE Landtagsabgeordnete Daniela Schneckenburger, die GRÜNEN im Rat und die Stadteltern plädieren dafür, die durch die neue Landesregierung geschaffene Möglichkeit zu nutzen, an den Gymnasien zum Abitur nach 13 Jahren zurück zu kehren. 

Daniela Schneckenburger, MdL: „Das Turbo-Abitur ist von CDU und FDP mit einer Schulzeitverkürzung in der Sekundarstufe I eingeführt worden, ohne dafür die Voraussetzungen zu schaffen. Es fehlten vor Ort sowohl die baulichen Voraussetzungen um einen de-facto-Ganztag durchzuführen, zudem waren die Curricula nicht ausgerichtet auf den verkürzten Weg zum Abitur. Folge: ein Turboabitur, das Kinder, Eltern und Lehrer massiv belastete. SPD und GRÜNE haben sich darum im  Koalitionsvertrag darauf verständigt, SchülerInnen, Eltern und Schulen vor Ort ein Wahlrecht einzuräumen, ob sie das Abitur nach 8 oder nach 9 Jahren anstreben. Diese Wahlmöglichkeit wird das Schulministerium jetzt auch einräumen – die Schulkonferenzen werden entscheiden können, ob sie beide Bildungswege zum Abitur an ihrem Gymnasium anbieten wollen, das neunjährige Abitur wollen oder beim Abitur nach 8 Jahren bleiben wollen. SPD und GRÜNE geben die Entscheidung in die Hände derjenigen, die es betrifft. Das setzt voraus, dass an den Schulen und von den beteiligten Gruppen jetzt ein Diskussionsprozess geführt wird, um die bald kommende Entscheidung vorzubereiten.“ 

Dazu Barbara Blotenberg , Ratsmitglied der GRÜNEN und Mitglied im Schulausschuss: „Im Schulausschuss ist mehrfach in den letzten Jahren deutlich geworden, dass die Verkürzung der Sekundarstufe I an den Gymnasien viele Dortmunder Schulen, ihre SchülerInnen und Lehrerinnen und Lehrer vor große Probleme gestellt hat. Folge der Verkürzung waren eine enorme Unterrichtsverdichtung und ein unzumutbares Arbeitspensum für die jüngeren Schülerinnen und Schüler. Und auch das Programm der alten Landesregierung zum Ausbau des Ganztags an Gymnasien war sowohl finanziell als auch inhaltlich völlig unzureichend und der hilflose Versuch, den Druck aus der missglückten Verkürzung der Schulzeit auf zwölf Jahre beim Turbo-Abi zu nehmen und es damit zu rechtfertigen. Deutlich geworden ist dabei auch, dass mit der Verkürzung der Sekundarstufe I die Durchlässigkeit von der Haupt- oder Realschule zum Gymnasium deutlich schlechter geworden ist. CDU und FDP haben mit ihrem Modell des Abiturs nach 12 Jahren dazu beigetragen, Aufstiegschancen für viele SchülerInnen zu verschlechtern und soziale Ungleichheit zu zementieren. Dass viele Dortmunder Eltern sowohl ein längeres gemeinsames Lernen für ihre Kinder als auch ein Abitur ohne zusätzlichen Zeitdruck nach 13 Jahren wollen, zeigen die konstant hohen Anmeldezahlen für unsere Gesamtschulen. Jetzt gibt es die Möglichkeit, auch an den Gymnasien wieder zu 13 Jahren Schulzeit zurück zu kehren. Wir plädieren dafür, sehr schnell und sehr ernsthaft über diese Möglichkeit nachzudenken und sie zu nutzen. Da sich die Gymnasien bis zum Anmeldetermin im Frühjahr für das kommende Schuljahr entscheiden müssen, muss nun sehr schnell an den Schulen über die neuen Möglichkeiten informiert und beraten werden. Hier ist aus unserer Sicht die Verwaltung gefordert, einen entsprechenden Prozess anzustoßen und zu initiieren. 

Monika Landgraf, Sprecherin der Stadteltern: „Als Stadteltern begrüßen wir, dass die neue Landesregierung den Gymnasien eine Wahlfreiheit zwischen dem Abitur nach acht oder nach neun Jahren gibt. Dortmund braucht aus unserer Sicht möglichst viele Plätze für ein Abitur nach 13 Jahren. Wir plädieren deshalb als Eltern vehement dafür, dass die neu geschaffene Wahlfreiheit von den Schulen auch genutzt wird. Nach unseren Erfahrungen hat die Einführung des Abiturs nach acht Jahren durch die Verkürzung der Schulzeit in der Sekundarstufe I dazu geführt, dass viele SchülerInnen durch die damit zwangsläufig größere Menge an Lernstoff an ihre Grenzen gekommen sind. Viele Schülerinnen benötigen aufgrund des höheren Lerntempos auch in Dortmund zusätzlich private Nachhilfe. Ihre eh schon knappe Freizeit durch den bis in den Nachmittag reichenden Unterricht wird damit noch weiter eingeschränkt. Mit der Wiedereinführung des Abiturs nach neun Jahren an verschiedenen Gymnasien würde eine Wahlmöglichkeit insbesondere für diejenigen SchülerInnen geschaffen, die große Probleme mit der Verkürzung auf acht Jahre haben. Ihnen würde es dadurch ermöglicht, auf einem Gymnasium bleiben zu können, statt die Schulform wechseln zu müssen.“ 

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