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Thema:  Umwelt + Verkehr

Art:  Pressemitteilung

Gewerkschaften unerwünscht – Wo bleibt der Aufschrei?

Immer wieder hat sich in den vergangenen Wochen deutlicher Protest von Anwohner*innen, Bürgerinitiativen, Naturschutzverbänden und auch der GRÜNEN gegen die geplante Verlängerung der Landebahn durch eine Schwellenverlegung formiert. Hintergrund sind die Wünsche von WizzAir, größere Maschinen einsetzen zu können.
Die Abhängigkeit des Flughafens von diesem Billigflieger zeigt sich aber noch an anderer Stelle, denn die gegen die Gewerkschaften gerichteten Äußerungen des WizzAir-Chefs bleiben weitgehend unkommentiert. Die GRÜNEN werden deshalb im nächsten Beteiligungsausschuss nachfragen, wie sich die Vergabe der Dienstleistungen des Dortmunder Flughafens an die Billigfluglinie WizzAir mit den Standards zur verantwortungsvollen Unternehmensführung der Stadt verträgt.

Ingrid Reuter, Fraktionssprecherin der GRÜNEN, wundert sich im Zusammenhang mit der Stationierung von WizzAir über die Stille derjenigen, die sich in der Vergangenheit immer an der Seite der Gewerkschaften sahen: „Die ungetrübte Freude über die Auswahl des Dortmunder Flughafens als Basis für den Billiganbieter WizzAir macht uns Sorgen. Da erklärt der Chef des ungarischen Unternehmens öffentlich, das Erfolgsrezept seines Billigmodells sei die Ausschaltung der Arbeitnehmer*innenrechte – und die Mehrheit der Dortmunder Politik schweigt. Und das, obwohl die Beteiligung von Gewerkschaften und die Möglichkeiten zur gewerkschaftlichen Organisation von Arbeitnehmer*innen sowohl bei der Stadt als auch bei ihren Beteiligungen ein hohes Gut ist. Aus unserer Sicht passt das nicht zum Vorgehen des Flughafens, der sich in Besitz der Stadt und der städtischen Tochter DSW21 befindet.“

Über die Äußerungen des WizzAir-Chefs Jozsef Varadi zu seinem Umgang mit Gewerkschaften hatten sich nicht nur die GRÜNEN empört gezeigt. Varadi hatte in einem Interview erklärt, dass Gewerkschaften das Geschäft zerstören. Auch der DGB hatte deutlich Kritik an der Führungsriege des Flughafens geäußert. Die Vorsitzende Jutta Reiter forderte in einer öffentlichen Stellungnahme, dass geklärt werden müsse, warum die Stadt ihre Dienstleistung einem solchen Unternehmen zur Verfügung stellt. Sie zeigte sich schockiert, dass Anteilseigner des Flughafens es zuließen, „dass der Flughafen zum Standort von Heuschrecken-Kapitalismus werde“.

„Wir teilen die Sicht der Dortmunder DGB-Vorsitzenden, dass nicht Gewerkschaften die Gesellschaft zerstören, sondern diejenigen, die auf Kosten der Beschäftigten ihre Wettbewerbssituation verbessern wollen“, so Reuter. „Die Stadt legt ein besonderes Augenmerk auf die soziale Kompetenz von Geschäftspartnern. So hat Dortmund nicht nur für sich und alle städtischen Unternehmen Standards zur verantwortungsvollen Unternehmensführung festgelegt, sondern geht auch bei den Vergaberichtlinien über das gesetzlich geforderte Maß hinaus: Städtische Aufträge werden an solche Unternehmen vergeben, die unter anderem zur Schaffung von Arbeitsplätzen nach sozialen Standards beitragen. Dies sollte konsequenterweise auch für den Flughafen gelten.“

 

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