GRÜNE Ratsfraktion
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Thema:  Soziales

Art: Antrag

Housing first

Die Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN bittet unter dem o.g. Punkt um Beratung und Abstimmung des folgenden Antrags:

Die Verwaltung wird gebeten, in einer der nächsten Sitzungen das vom Land geförderte Modellprojekt des Housing-First-Fonds vorzustellen.

Begründung: Seit Jahren nimmt die Zahl der von Wohnungslosigkeit bedrohten und betroffenen Menschen bundes- und landesweit, aber auch in Dortmund kontinuierlich zu. Menschen in prekären Lebenslagen über die traditionellen Wege an der Versorgung mit Normalwohnraum und an normalen Lebensverhältnissen partizipieren zu lassen, wird immer schwieriger. Das Housing-First Konzept beendet Wohnungslosigkeit unmittelbar und bietet flexible wohnbegleitende Hilfen zum dauerhaften Wohnungserhalt an. Regulärer Wohnraum wird an erste Stelle gerückt – ein entscheidender Unterschied zum derzeit meist praktizierten Sys­tem, in dem Betroffene oft ihre „Wohnfähigkeit“ zunächst unter Beweis stellen, Unterkünfte und Trainingswohnungen durchlaufen werden müssen. Oftmals ist die Zurverfügungstellung von Wohnraum an die Erfüllung von Auflagen und Wohlverhalten gekoppelt. Der Aufstieg in ein normales Mietverhältnis scheitert häufig an nicht vorhandener Wohnungen auf dem Markt und so droht die erneute Wohnungslosigkeit. Housing First hingegen bedeutet: Es besteht von Anfang an ein normales, unbefristetes Mietverhältnis mit allen Rechten und Pflichten. Wohnbegleitende Hilfen werden aktiv angeboten. Betroffene werden dazu ermutigt Probleme mit Unterstützung anzugehen, aber nicht dazu verpflichtet.

Mit dem vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW geförderten Housing-First Projekt in Kooperation des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes NRW und des Düsseldorfer Vereins fiftyfifty / Asphalt e.V. sollen Wohnraumbeschaffung und wohnbegleitende Hilfen für wohnungslose Haushalte mit dem Housing-First-Ansatz verknüpft werden. Damit soll der Versuch unternommen werden, in größerem Umfang den Housing-First-Ansatz umzusetzen und zu erproben. Das Konzept sieht vor, dass im Verlauf von drei Jahren Projektlaufzeit mehrere Träger der Wohnungs-losenhilfe in die Lage versetzt werden, den Erwerb von insgesamt bis zu 100 Wohnungen zu finanzieren und diese im Rahmen des Housing-First-Ansatzes Wohnungslosen mit komplexen Problemlagen zur Verfügung zu stellen.

In das im letzten Jahr verabschiedete Konzept zur Weiterentwicklung der Wohnungslosenhilfe ist der Ansatz des Housing First nicht aufgenommen worden. Der Housing-First-Fonds bietet nun die Möglichkeit, im Rahmen des vom Land geförderten Modellvorhabens auch in Dortmund diesen Ansatz als Ergänzung der vorhandenen Hilfen umzusetzen.

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