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Thema:  Umwelt + Verkehr

Art:  Pressemitteilung

Keine Kosten für den Weiterbau der L663n übernehmen - das Vorhaben mus endgültig ad acta gelegt werden

Bislang scheiterte der aus Umweltgründen äußerst umstrittene Weiterbau der L 663 n oder OW III a in Brackel daran, dass das Land nicht bereit war, den Städten Dortmund und Unna Geld für Planungsleistungen vorzustrecken. Das hat sich nun geändert: Das Land will den Städten einen Teil der Planungs- und Personalkosten erstatten. Aus Sicht der GRÜNEN ein fatales Signal, da der Weiterbau der Straße eins der wenigen von Lärm verschonten Gebiete in Dortmund durchschneiden würde.

„Die Pläne zum Bau der L 663n liegen seit mehr als zehn Jahren auf Eis. Vor dem Hintergrund aller aktuellen Diskussionen um Verkehrswende, Umweltschutz und insbesondere auch vor der aktuellen Haushaltslage muss die Sinnhaftigkeit dieses Vorhabens einmal mehr infrage gestellt werden. Geld für Planung und Personal könnte an anderer Stelle weitaus sinnvoller eingesetzt werden“, so Ingrid Reuter, Sprecherin der GRÜNEN Fraktion im Rat. „Es kann nicht angehen, den angespannten Haushalt noch mit einem Projekt, das die Ziele der Masterpläne zu Mobilität, Lärm und Klimaschutz konterkariert, zu belasten und freiwillig Landesaufgaben an sich zu reißen, ohne dass eine vollständige Kostenerstattung gewährleistet ist. Gemeinsam mit den Naturschutzverbänden und den Bürgerinitiativen werden wir GRÜNE uns weiterhin gegen die Umsetzung einer 30 Jahre alten, überholten Trassenplanung stellen.“

Der Rat soll im Juni darüber entscheiden, ob die Stadt jetzt über den Weiterbau der L 663 n mit dem Land verhandeln soll. Dabei geht es um die Höhe der Kosten, die das Land den Städten Dortmund und Unna erstatten soll, wenn diese jetzt in Vorleistung die Planungsarbeiten für die umstrittene Schnellstraße in die Hand nehmen. Da Land selbst räumt dem Weiterbau keine Priorität ein.

Auch die GRÜNEN im Stadtbezirk Brackel reagieren auf das Ansinnen der Stadt, den Planungsprozess zum Weiterbau der L663n jetzt zu beschleunigen, mit Kopfschütteln.
„Die Diskussion um die Übernahme der Planungskosten begleitet das Projekt seit Jahren. Entscheidend ist aber weiterhin, dass mit der Weiterführung der Umgehungsstraße ein Gebiet massiv mit Auto- und Lkw-Verkehr belastet würde, das laut Umweltamt als Fläche mit der geringsten Belastung durch Straßenverkehrslärm im ganzen Stadtgebiet gilt“, so Heide Kröger-Brenner, Bezirksvertreterin der Grünen und stellvertretende Bezirksbürgermeisterin des Stadtbezirks Brackel. „Das Landschaftsschutzgebiet zwischen Husen, Asseln und Wickede würde durch den Weiterbau der Brackeler Straße existenziell gefährdet. Im Entwurf des neuen Landschaftsplans der Stadt Dortmund wird das Gebiet gerade als besonders erhaltenswert bezeichnet, weil es ein unzerschnittener verkehrsarmer Raum ist und das lokale Klima schützt. Der Weiterbau dieser Straße erscheint in diesem Zusammenhang als absurd. Vor allem, weil sie ihr eigentliches Ziel, den Hellweg zu entlasten, nicht erreichen wird. Stattdessen wird sie möglicherwiese noch mehr Autos nach Asseln und Wickede bringen – vor allem nach dem Weiterbau in Richtung Unna. Bei einem Stau auf der A2 oder B1 wird diese Strecke als Umleitung genutzt werden. Es ist für uns unbegreiflich, wie man in Zeiten von Klimawandel, Problemen durch Zerstörung von Grünflächen und Flächenversiegelung durch Autoverkehr ernsthaft den Neubau einer Schnellstraße durch einen wichtigen Grüngürtel in einer Großstadt wie Dortmund fordern und vorantreiben kann.“

 

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