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Thema:  Soziales Integration + Teilhabe Newsletter

Mein Name ist Mensch - Nach dem Umzug der Kommunalen Flüchtlingsunterkunft mehr Flüchtlinge dezentral unterbringen

Es ist ein alter GRÜNER Grundsatz: Flüchtlinge sollten in Dortmund vorrangig dezentral in eigenen Wohnungen wohnen. Denn wer über Jahre in unserer Stadt bleibt, sollte in eine normale Wohnumgebung integriert werden, statt in einer Gemeinschaftsunterkunft zu leben.

Montag, 13. Februar 2011

Wenn nun die Kommunale Flüchtlingsunterkunft vom Westfalendamm in die Stadtsiedlung Grevendicks Feld umzieht, ist das eine gute Gelegenheit, Flüchtlinge vermehrt dezentral unterzubringen. 

Worum geht es?


In den ehemaligen Kasernen am Westfalendamm sind zurzeit noch zwei Einrichtungen untergebracht:

1.Die Erstaufnahmeeinrichtung (Alltag in Wort und Bild) für Flüchtlinge in Nordrhein-Westfalen
Seit 1999 wird sie vom Land NRW gemeinsam mit dem Ordnungsamt der Stadt betrieben und dient allen Flüchtlingen in NRW als erste Anlaufstelle. Von dort werden sie auf die Zwischeneinrichtungen in Hemer und Schöppingen und anschließend auf die Städte und Gemeinden im Land – auch auf Dortmund – verteilt. 

2.Die Kommunale Flüchtlingsunterkunft des Sozialamts
Da Dortmund mit der Erstaufnahmeinrichtung eine landesweite Aufgabe erfüllt, ist das Kontingent der dauerhaft in Dortmund untergebrachten Flüchtlinge geringer. Zurzeit leben dort 130 Menschen, unter ihnen über 60 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (mehr dazu auch hier), die längerfristig in Dortmund bleiben werden.

Hacheney und Grevendicks Feld

Die Kasernen gehören der Stadtkrone-Ost-Entwicklungsgesellschaft. Der Nutzungsvertrag lief Ende 2010 aus; deshalb suchte die Stadt neue und besser geeignete Standorte. Für die Erstaufnahmeeinrichtung des Landes fand sie das Internat der alten Gehörlosenschule in Hacheney.
Als Standort für die Kommunale Einrichtung schlug die Verwaltung schon im Herbst des letzten Jahres die Stadtsiedlung Grevendicks Feld vor, die letzte große Siedlung für wohnungs- und obdachlose Menschen.
Die damalige Vorlage zog der Oberbürgermeister jedoch zurück, die Verwaltung prüfte den Standort erneut. Das Ergebnis der neuen Prüfung ist das alte. Die entsprechende Vorlage soll nun im März im Rat beraten werden. 
In den elf Wohnhäusern im Grevendicks Feld in Lütgendortmund leben momentan noch obdachlose und von Obdachlosigkeit bedrohte Menschen. Betreut werden sie vom Diakonischen Werk.

Grenzgänge

Bei der EinwohnerInnenversammlung in Lütgendortmund zum Umzug der Flüchtlingsunterkunft schwappten die Emotionen hoch. Rechtsextreme Gruppen missbrauchten das Thema für ihre Stimmungsmache und heimsten den Beifall Unbedarfter ein. 

Dabei wird wieder einmal deutlich: Es geht nicht nur darum, für die Flüchtlinge – und besonders für die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge – zu sorgen. Fast noch mehr Engagement müssen wir aufwenden, um bei den LütgendortmunderInnen Verständnis für die schwierige Situation der Menschen zu gewinnen, die oft aus lebensbedrohlichen Situation in ihrer Heimat über viele Grenzen zu uns geflohen sind. 

Die Evangelische Kirche wird sich mit der Situation der 7000 Flüchtlinge in Dortmund mit ihrem Jahresthema „Grenzgänge“ auseinandersetzen (empfehlenswert!). So bitter es ist: Wir müssen die Flüchtlinge auch vor einigen DortmunderInnen schützen. 

Vor diesem Hintergrund werden die GRÜNEN in den nun anstehenden Beratungen in den Ausschüssen und im Rat folgende Punkte beantragen: 

1) Die Obdachlosensiedlung Grevendicks Feld ist bis zum Jahresende aufzulösen, denn die dezentrale Unterbringung hat sich in den letzten Jahren als wesentich günstiger und erfolgversprechender erwiesen. Mit einem (noch zu entwickelnden) ambulanten Betreuungsprogramm können die Menschen dezentral in eigenen Wohnungen im Stadtgebiet untergebracht werden.

2) Auch die Dortmund zugewiesenen Flüchtlinge sollen vorrangig dezentral in eigenen Wohnungen wohnen. Kein Flüchtling soll länger als ein Jahr in der kommunalen Unterkunft leben.

3) Ein großer Teil der Flüchtlinge ist noch sehr jung. Sie müssen natürlich auf das Leben in einer eigenen Wohnung vorbereitet werden. 

4) Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sollen vorrangig in Jugendhilfeeinrichtungen wohnen. Wenn sie trotzdem vorübergehend am Grevendicks Feld wohnen, brauchen wir dazu ein Betreuungskonzept, das sich an den Anforderungen des SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfe) orientiert. Das gilt insbesondere für ihren Schulbesuch oder eine Ausbildung. Die Unterbringung in Grevendicks muss den Standard einer Jugendhilfeeinrichtung erhalten.

5) In Grevendicks Feld sollen höchstens 150 Flüchtlinge untergracht werden, um das Miteinander und die Akzeptanz der Nachbarschaft zu fördern. (Am Westfalendamm gab es 200 Plätze.)

6) Mit einem Sicherheitskonzept müssen die Flüchtlinge geschützt werden, ohne das Gelände zu stark von der Umgebung abzuschotten.

Es gibt noch viel Arbeit, bis wir das Ziel einer menschenwürdigen und dezentralen Unterbringung aller Flüchtlinge erreicht haben. Denn: 

Ich habe viele Väter.
Ich habe viele Mütter.
Und ich habe viele Schwestern.
Und ich habe viele Brüder.
Meine Väter sind schwarz
und meine Mütter sind gelb
und meine Brüder sind rot
und meine Schwestern sind hell.
Und ich bin über zehntausend Jahre alt
und mein Name ist Mensch!
Ton Steine Scherben

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