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Thema:  Integration + Teilhabe Stadt + Rat

Art:  Antrag

Rede zur Ächtung des N*Wortes

Rede von Ratsmitglied Armel Djine zum Antrag zur Ächtung des N*Wortes
Ratssitzung vom 16.12.2021

Zum Alltag gehört für Schwarze Menschen in Dortmund die Konfrontation mit dem N-Wort. Wir wissen, dass Sprache machtvoll ist und Wörter historische Bedeutungen haben, die unsere Gesellschaft, unser Denken und unsere Haltung prägen. 

Das N-Wort hat eine lange Geschichte der Entmenschlichung Schwarzer Menschen, es ist eng verbunden mit Rassentheorie, Versklavung, Kolonisierung. Es war bereits vor hunderten Jahren ein abwertender Begriff, der strategisch genutzt wurde, um Kategorisierungen und Hierarchisierungen vorzunehmen und die Unterwerfung von Menschen zu legitimieren. Das N-Wort ist eben nicht nur ein Wort, es bezeichnet keine Hautfarbe, sondern drückt die Andersartigkeit von einer vermeintlichen Norm, die Abwertung von Menschen, von denen eine Million in Deutschland leben aus. 

Rassismus ist keine Meinung und die Benutzung von rassistischer Sprache ist keine Meinungsfreiheit. 

Wenn wir eine Dortmunder Stadtgesellschaft gestalten wollen, die Vielfalt, Zusammenhalt und Respekt für alle im Blick hat, dann darf rassistische Sprache keinen Platz in ihr haben.

Die Prüfung bzw. Weiterentwicklung der Städtepartnerschaften, die kommunalpolitisch angestoßen wird, mit einer afrikanischen Stadt südlich der Sahara ist nicht nur eine Würdigung der Mitbürger*innen sondern steigert auch die interkulturelle Kompetenz aller Dortmunder durch Begegnung und Austausch.

Mit der Ächtung des N-Wortes beseitigen wir Rassismus nicht, aber wir setzen ein Zeichen. Wir bringen damit zum Ausdruck, dass wir verstanden haben, wie verletzend und herabwürdigend dieses Wort ist und dass diese Verletzung eine historische Kontinuität hat. Wir sagen damit, dass sich Schwarze Menschen in stadtgesellschaftlich sanktionierten Räumen mit zutiefst rassistischem, traumatisierendem Zuschreiben konfrontiert sehen. Und wir machen einen Schritt hin zu einer Stadtgesellschaft, in der alle Menschen Respekt erfahren. 

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