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Thema:  Haushalt + Finanzen

RWE-Aktien

In den Ratssitzungen vom März 2010 bzw. November 2009 wurden nachträglich der vom Vorstand der Dortmunder Stadtwerke AG (DSW21) getätigte Ankauf von RWE-Aktien mehrheitlich genehmigt. Insgesamt wurden rund 2,7 Mio. RWE-Aktien von der E.ON Ruhrgas bzw. der Westdeutschen Landesbank erworben. Der Kaufpreis der über die KEB-Gruppe gehaltenen RWE-Aktien wurde komplett von DSW21 über Kredite finanziert. Die Stadt Dortmund ist direkt mit 1.915 Stammaktien an der RWE AG beteiligt. Darüber hinaus bestehen mit Übernahme der vorgenannten Aktienpakete über die DSW21 und die KEB-Gruppe indirekte Beteiligungen über 22.366.619 Stück RWE-Stammaktien.

In den damaligen Beschlussvorlagen wurde ausgeführt, dass die damaligen Dividenden der RWE AG aus der zusätzlichen Beteiligung deutlich über den von DSW21 zu zahlenden Darlehenszinsen liegen und die aufgenommenen Fremddarlehen über die Dividenden refinanziert werden können. Aufgrund veränderter Marktbedingungen ist der RWE-Aktienkurs rückläufig. Der Vorstand der RWE Holding AG hat für 2011 eine Gewinnwarnung ausgesprochen. Bereits für 2011 rechnet der Konzern deshalb mit einem Rückgang des Betriebsergebnisses um rund 20 Prozent gegenüber den 2010 erreichten 7,7 Milliarden Euro. Das nachhaltige Nettoergebnis, von dem RWE gewöhnlich 50 bis 60 Prozent an die Aktionäre ausschüttet, wird um rund 30 Prozent zurückgehen. Als Faktoren wurden die Einführung der Brennelementesteuer, stagnierende Strompreise und die Emissionszertifikate genannt. Für 2010 sollen die Anteilseigner wie im vergangenen Jahr 3,50 EUR je Aktie erhalten. Gegenüber dem damaligen rabattierten Kaufpreis hat sich der RWEAktienkurs um rund 12 % auf derzeit 47,60 € rückläufig entwickelt. Analysten schätzen das Kursziel mit 42 bis 44 € je Aktie und empfehlen einen Verkauf. Angesichts der eingetrübten Marktbedingungen und insbesondere der Nettoverschuldung von 29 Mrd. € erwarten Analysten für 2011 eine Dividende von 2,50 € je Aktie. Demgegenüber wurde für das Geschäftsjahr 2009 in 2010 eine Dividende von 4,50 € je Aktie ausgeschüttet. Hieraus ergeben sich folgende Fragen:

1. Ab welcher Dividendenausschüttung lassen sich die Finanzierungskosten der aufgenommenen Darlehen zum Erwerb der E.ON Ruhrgas- bzw. WestLB-Anteile-RWE-Aktienanteile (Zins und Tilgung) nicht über die Dividendenzahlungen refinanzieren?

2. Wie stellen sich die Finanzierungsmodalitäten bzgl. Zinssatz, Zinsabsicherung, Laufzeit, Tilgungshöhe zum Erwerb der von E.ON Ruhrgas bzw. der Westdeutschen Landesbank übernommenen RWE-Aktienpakete dar?

3. Inwieweit sind die im Haushalt 2011 und in der mittelfristigen Finanzplanung eingestellten DSW21-Gewinnausschüttungen unter Würdigung der sich darüber hinaus abzeichnenden Verluste aus der über die DEW21 gehaltenen GEKKO-Beteiligung und der weiterhin gleichgroßen Verluste der Dortmunder Flughafens noch haltbar?

4. Welche Ausschüttungen der KEB-Gruppe wurden von DSW21 für 2012 geplant und inwiefern wird die Notwendigkeit gesehen entsprechende Korrekturen vorzunehmen?

5. Inwieweit wird bei künftigen Finanzbeteiligungen an der einseitigen Struktur festgehalten bzw. im Zuge einer Risikominimierung einer breiteren Beteiligungsstruktur den Vorrang gegeben.

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